Ladenbau einfach erklärt

Die wichtigs­ten Fachbe­griffe von Achsmaß bis Zonierung.

Ein Glossar für Auftrag­ge­ber, Planende und alle, die an der Entste­hung einer Verkaufs­flä­che beteiligt sind.

Achsmaß, Rollout, Waren­trä­ger oder Value Enginee­ring: Im Ladenbau begegnen Auftrag­ge­bern, Planungs­bü­ros und Projekt­be­tei­lig­ten zahlrei­che Fachbe­griffe. Manche erklären sich fast von selbst. Andere klingen zunächst kompli­zier­ter, als sie im Arbeits­all­tag tatsäch­lich sind. Ein gemein­sa­mes Verständ­nis ist jedoch wichtig. Denn hinter einzelnen Begriffen verbergen sich oft konkrete Anfor­de­run­gen an Planung, Konstruk­tion, Fertigung, Logistik oder Montage. Werden Begriffe unter­schied­lich verstan­den, entstehen schnell unnötige Rückfra­gen, Missver­ständ­nisse oder falsche Erwartungen.

Dieses Glossar erklärt die wichtigs­ten Begriffe aus dem Ladenbau verständ­lich und ohne unnötiges Fachchi­ne­sisch. Es richtet sich an alle, die Verkaufs­flä­chen planen, umbauen oder reali­sie­ren und im Projekt möglichst früh eine gemein­same Sprache finden möchten. Dabei geht es nicht nur um Defini­tio­nen. An ausge­wähl­ten Stellen zeigen Praxis­bei­spiele, welche Rolle die Begriffe in realen Laden­bau­pro­jek­ten spielen und warum techni­sche Details häufig entschei­dend dafür sind, dass aus einer guten Idee eine funktio­nie­rende Verkaufs­flä­che wird.

Achsmaß

Das Achsmaß bezeich­net den Abstand zwischen zwei festge­leg­ten Bezugs­li­nien oder Bauteil­ach­sen. Bei Regal­sys­te­men bestimmt es beispiels­weise, in welchem Abstand Stützen, Säulen oder andere tragende Elemente angeord­net werden.

Ein einheit­li­ches Achsmaß erleich­tert die Planung und sorgt dafür, dass Fachböden, Waren­trä­ger und weitere Bauteile mitein­an­der kombi­niert werden können. 
Akzent­be­leuch­tung

Akzent­be­leuch­tung hebt ausge­wählte Produkte, Waren­grup­pen oder Bereiche gezielt hervor. Sie ergänzt die allge­meine Raumbe­leuch­tung und lenkt die Aufmerk­sam­keit dorthin, wo besondere Schwer­punkte gesetzt werden sollen.

Im Ladenbau kann Akzent­licht beispiels­weise an Regalen, Präsen­ta­ti­ons­ti­schen oder Highlight­flä­chen einge­setzt werden. Entschei­dend sind eine passende Licht­stärke, Licht­farbe und Ausrichtung. 
Aufmaß

Das Aufmaß erfasst die tatsäch­li­chen Maße und räumli­chen Bedin­gun­gen vor Ort. Dazu gehören unter anderem Wandlän­gen, Raumhöhen, Anschlüsse, Vorsprünge, Türen, Fenster oder bestehende Einbauten.

Es bildet eine wichtige Grundlage für Planung und Konstruk­tion. Denn Bestands­pläne stimmen nicht immer vollstän­dig mit der realen Situation überein. 
Ausfüh­rungs­pla­nung

Die Ausfüh­rungs­pla­nung übersetzt ein Gestal­tungs­kon­zept in konkrete Angaben für Konstruk­tion, Fertigung und Montage. Dazu gehören unter anderem Maße, Materia­lien, Anschlüsse, Befes­ti­gun­gen und techni­sche Details.

Sie beant­wor­tet damit nicht nur die Frage, wie etwas aussehen soll, sondern vor allem, wie es tatsäch­lich gebaut werden kann. 
Baulei­tung

Die Baulei­tung koordi­niert und überwacht die Arbeiten auf der Baustelle. Sie stimmt Termine ab, begleitet die betei­lig­ten Gewerke und kontrol­liert, ob die Ausfüh­rung den Planungen und verein­bar­ten Anfor­de­run­gen entspricht.

Je nach Projekt­um­fang kann sie außerdem für Abnahmen, Dokumen­ta­tion und die Koordi­na­tion kurzfris­ti­ger Änderun­gen verant­wort­lich sein. 
Beleuch­tungs­stärke

Die Beleuch­tungs­stärke beschreibt, wie viel Licht auf einer bestimm­ten Fläche ankommt. Sie wird in Lux gemessen.

Eine hohe Beleuch­tungs­stärke bedeutet nicht automa­tisch eine bessere Licht­wir­kung. Entschei­dend ist, dass Hellig­keit, Kontraste, Licht­farbe und Positio­nie­rung zur Ware und zur Nutzung des Bereichs passen. 
Bemus­te­rung

Bei einer Bemus­te­rung werden Materia­lien, Farben, Oberflä­chen, Beschläge oder Beleuch­tungs­lö­sun­gen ausge­wählt und freigegeben.

Muster helfen dabei, Entschei­dun­gen nicht nur anhand von Visua­li­sie­run­gen oder Daten­blät­tern zu treffen. Struktur, Glanzgrad, Haptik und Farbwir­kung lassen sich am realen Material oft deutlich besser beurteilen. 
Bestand­sum­bau

Ein Bestand­sum­bau bezeich­net die Verän­de­rung einer bereits vorhan­de­nen Verkaufs­flä­che. Dabei können einzelne Bereiche angepasst, Möbel ersetzt, techni­sche Systeme ergänzt oder komplette Etagen neu aufgebaut werden.

Die besondere Heraus­for­de­rung: Bestehende Anschlüsse, Bauteile und Abläufe müssen berück­sich­tigt werden. Häufig soll der Geschäfts­be­trieb während des Umbaus zumindest teilweise weiterlaufen.

Wie sich vorhan­dene Möbel mit neuen Lösungen verbinden lassen, zeigt beispiels­weise der Umbau des VfB Stuttgart Fanshops im Königsbau. Bestehende Elemente wurden integriert und um neue Wand- und Mittel­raum­mö­bel ergänzt. 
Digital Signage

Digital Signage ist der Oberbe­griff für digital ausge­spielte Inhalte auf Displays, LED-Wänden oder anderen Bildschir­men am Point of Sale.

Die Inhalte können Produkte erklären, Kampagnen zeigen, Orien­tie­rung geben oder Atmosphäre schaffen. Damit Digital Signage funktio­niert, müssen Technik, Platzie­rung, Blick­win­kel und Content gemeinsam betrach­tet werden.

Beim KRAISS-Projekt Engelhorn im GRIDX wurden Displays, Video­walls und weitere digitale Flächen als Bestand­teil der unter­schied­li­chen Storebe­rei­che integriert. 
Elektri­fi­zie­rung

Elektri­fi­zie­rung bedeutet im Ladenbau, Möbel oder Regal­sys­teme mit einer Strom­ver­sor­gung auszustatten.

Diese wird beispiels­weise für Regal­be­leuch­tung, Displays, Tablets, elektro­ni­sche Preis­schil­der oder andere techni­sche Elemente benötigt. Entschei­dend ist, dass die Strom­ver­sor­gung sicher, zugäng­lich und möglichst unauf­fäl­lig integriert wird. 
Fachboden

Ein Fachboden ist die horizon­tale Ablage­flä­che innerhalb eines Regals. Je nach Sortiment kann er aus Holzwerk­stoff, Metall, Glas oder anderen Materia­lien bestehen.

Fachböden können fest montiert oder flexibel versetz­bar sein. Ergän­zun­gen wie Beleuch­tung, Preis­schie­nen, Anschläge oder spezielle Waren­trä­ger passen sie an das jeweilige Sortiment an. 
Flächen­pla­nung

Die Flächen­pla­nung legt fest, wie die verfüg­bare Verkaufs­flä­che genutzt und aufge­teilt wird. Sie berück­sich­tigt unter anderem Sorti­mente, Laufwege, Beratungs­be­rei­che, Kassen, Umkleiden, Lager­flä­chen und Aktionszonen.

Eine gute Flächen­pla­nung schafft Orien­tie­rung und unter­stützt gleich­zei­tig die betrieb­li­chen Abläufe. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Möbel unter­zu­brin­gen, sondern die Fläche sinnvoll zu strukturieren. 
General­pla­ner

Ein General­pla­ner übernimmt die Koordi­na­tion mehrerer Planungs­leis­tun­gen innerhalb eines Projekts. Dazu können beispiels­weise Archi­tek­tur, Innen­ar­chi­tek­tur, techni­sche Fachpla­nung oder weitere Planungs­dis­zi­pli­nen gehören.

Anders als ein General­un­ter­neh­mer verant­wor­tet der General­pla­ner in erster Linie die Planung und nicht automa­tisch die Ausfüh­rung der Bauleis­tun­gen. Der genaue Leistungs­um­fang wird vertrag­lich festgelegt. 
General­un­ter­neh­mer

Ein General­un­ter­neh­mer, kurz GU, übernimmt auf Grundlage eines Vertrags die Verant­wor­tung für mehrere oder sämtliche Bauleis­tun­gen eines Projekts.

Der Auftrag­ge­ber hat dadurch einen zentralen Vertrags­part­ner. Der General­un­ter­neh­mer koordi­niert die betei­lig­ten Unter­neh­men und stellt sicher, dass die verein­bar­ten Leistun­gen zusam­men­ge­führt werden.

Welche Aufgaben tatsäch­lich enthalten sind, muss im Vertrag genau definiert werden. Der Begriff „alles aus einer Hand“ allein sagt noch nicht aus, welche Gewerke, Planungs­leis­tun­gen oder Verant­wort­lich­kei­ten einge­schlos­sen sind. 
Highlight­flä­che

Eine Highlight­flä­che ist ein besonders insze­nier­ter Bereich innerhalb eines Stores. Hier können Neuheiten, Aktionen, Bestsel­ler oder ausge­wählte Marken präsen­tiert werden.

Highlight­flä­chen arbeiten häufig mit auffäl­li­gen Möbeln, Licht, Grafik oder digitalen Medien. Sie sollten sich vom übrigen Verkaufs­raum abheben, ohne die Orien­tie­rung oder den Gesamt­auf­tritt zu stören. 
Kassen­be­reich

Der Kassen­be­reich umfasst mehr als den eigent­li­chen Kassen­t­re­sen. Je nach Konzept gehören dazu auch Rückschränke, Warte­schlan­gen­füh­rung, Verpa­ckungs­flä­chen, Impuls­ware, Service­punkte oder Flächen für Abholung und Rückgabe.

Da hier unter­schied­li­che Abläufe zusam­men­tref­fen, müssen Ergonomie, Stauraum, Technik und Kunden­füh­rung besonders sorgfäl­tig geplant werden. 
Kunden­fluss

Der Kunden­fluss beschreibt, wie sich Besuche­rin­nen und Besucher tatsäch­lich durch eine Verkaufs­flä­che bewegen. Er zeigt, welche Wege häufig genutzt werden, wo Menschen stehen bleiben und welche Bereiche weniger Aufmerk­sam­keit erhalten.

Laden­lay­out, Möblie­rung, Sicht­ach­sen und Platzie­rung von Sorti­men­ten können den Kunden­fluss beein­flus­sen. Vollstän­dig vorgeben lässt er sich jedoch nicht. 
Kunden­füh­rung

Kunden­füh­rung bezeich­net alle Maßnahmen, die Orien­tie­rung und Bewegung innerhalb einer Verkaufs­flä­che unter­stüt­zen. Dazu gehören beispiels­weise die Anordnung von Möbeln, Beschil­de­run­gen, Leitsys­teme, Beleuch­tung oder deutlich erkenn­bare Sortimentsbereiche.

Eine gute Kunden­füh­rung hilft dabei, Wege verständ­lich zu machen, ohne Kundinnen und Kunden das Gefühl zu geben, durch den Store gedrängt zu werden. 
Ladenbau

Ladenbau umfasst die techni­sche Planung, Herstel­lung, Lieferung und Montage von Einrich­tun­gen für Verkaufsräume.

Dazu können Wandan­la­gen, Mittel­raum­mö­bel, Kassen­zo­nen, Kabinen, Waren­prä­sen­ta­ti­ons­sys­teme, Beleuch­tung und indivi­du­elle Sonder­bau­ten gehören. Abhängig vom Auftrag kommen Projekt­ma­nage­ment, Logistik, Baulei­tung oder die Koordi­na­tion weiterer Leistun­gen hinzu.

Innen­ar­chi­tek­tur und Ladenbau überneh­men dabei unter­schied­li­che, aber eng mitein­an­der verbun­dene Aufgaben: Die Innen­ar­chi­tek­tur entwi­ckelt den räumli­chen und gestal­te­ri­schen Rahmen. Der Ladenbau übersetzt diesen in etwas Baubares, Produ­zier­ba­res und Montierbares. 
Laden­bau­sys­tem

Ein Laden­bau­sys­tem besteht aus aufein­an­der abgestimm­ten Bauteilen, die sich zu unter­schied­li­chen Einrich­tun­gen kombi­nie­ren lassen. Dazu können Stützen, Fachböden, Rückwände, Konsolen oder weitere Waren­trä­ger gehören.

Systeme erleich­tern Anpas­sun­gen an unter­schied­li­che Flächen und Sorti­mente. Gleich­zei­tig können sie durch Materia­lien, Farben und indivi­du­elle Bauteile an das jeweilige Store-Konzept angepasst werden. 
Laden­ein­rich­tung

Die Laden­ein­rich­tung umfasst die Möbel, Systeme und Einbauten innerhalb eines Verkaufs­raums. Dazu gehören beispiels­weise Wandan­la­gen, Mittel­raum­mö­bel, Kassen­t­re­sen, Kabinen oder Präsentationsflächen.

Während Ladenbau den gesamten Prozess der techni­schen Planung und Umsetzung beschrei­ben kann, bezeich­net Laden­ein­rich­tung vor allem die sicht­ba­ren und nutzbaren Elemente im Store. 
Laden­lay­out

Das Laden­lay­out beschreibt die räumliche Anordnung von Sorti­men­ten, Möbeln, Laufwegen und Funkti­ons­be­rei­chen. Es legt beispiels­weise fest, wo sich Eingang, Kasse, Beratung, Umkleiden oder Aktions­flä­chen befinden.

Ein funktio­nie­ren­des Layout berück­sich­tigt sowohl die Orien­tie­rung der Kundschaft als auch betrieb­li­che Abläufe und vorhan­dene Flächen. 
Licht­farbe

Die Licht­farbe beschreibt, ob Licht eher warm, neutral oder kühl wirkt. Sie wird in Kelvin angegeben.

Warmwei­ßes Licht erzeugt häufig eine wohnliche Atmosphäre. Neutral­weiß kann Materia­lien und Waren sachli­cher erschei­nen lassen. Kühlere Licht­far­ben wirken oft besonders klar. Welche Licht­farbe geeignet ist, hängt vom Sortiment, den Materia­lien und der gewünsch­ten Wirkung ab. 
Logistik und Kommissionierung

Logistik umfasst die Planung und Organi­sa­tion von Transport, Anlie­fe­rung, Zwischen­la­ge­rung und Bereit­stel­lung der Ladenbauelemente.

Bei der Kommis­sio­nie­rung werden die benötig­ten Bauteile passend zu einem Standort, Bauab­schnitt oder Monta­ge­ter­min zusam­men­ge­stellt. Eine eindeu­tige Kennzeich­nung und die richtige Liefer­rei­hen­folge erleich­tern den Aufbau vor Ort. 
Mittel­raum­mö­bel

Mittel­raum­mö­bel stehen frei auf der Verkaufs­flä­che und sind nicht direkt mit einer Wand verbunden. Typische Beispiele sind Präsen­ta­ti­ons­ti­sche, Gondeln, Podeste oder freiste­hende Regale.

Sie struk­tu­rie­ren den Raum und schaffen zusätz­li­che Präsen­ta­ti­ons­flä­chen. Gleich­zei­tig müssen sie so positio­niert und dimen­sio­niert sein, dass Laufwege, Sicht­ach­sen und Orien­tie­rung erhalten bleiben.

Im VfB Stuttgart Fanshop wurden kompakte Mittel­raum­mö­bel einge­setzt, um auf begrenz­ter Fläche zusätz­li­che Präsen­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu schaffen. 
Montage

Die Montage umfasst den Aufbau und die Instal­la­tion der Laden­bau­ele­mente vor Ort.

Eine gute Montage beginnt jedoch nicht erst auf der Baustelle. Verpa­ckung, Kennzeich­nung, Liefer­rei­hen­folge, Zugäng­lich­keit und Schnitt­stel­len zu anderen Gewerken müssen bereits in Planung und Logistik berück­sich­tigt werden.

Besonders bei engen Zeitfens­tern entschei­det die Vorbe­rei­tung darüber, ob die Fläche termin­ge­recht fertig­ge­stellt werden kann. 
„Je besser Kunde und Dienst­leis­ter dieselbe Sprache sprechen, desto klarer werden Anfor­de­run­gen, Entschei­dun­gen und Zustän­dig­kei­ten. Das spart Rückfra­gen und hilft, ein Projekt von Anfang an in die richtige Richtung zu entwickeln.“
Jörg Mauser — Team Lead Project Manage­ment
Oberflä­chen­be­hand­lung

Die Oberflä­chen­be­hand­lung verändert oder schützt die sichtbare Oberflä­che eines Materials. Dazu gehören beispiels­weise Lackieren, Beschich­ten, Ölen, Schleifen oder Polieren.

Sie beein­flusst nicht nur die optische Wirkung, sondern auch Wider­stands­fä­hig­keit, Haptik, Pflege­auf­wand und Lebens­dauer eines Bauteils. 
Plano­gramm

Ein Plano­gramm zeigt, wo einzelne Produkte oder Produkt­grup­pen innerhalb eines Regals platziert werden sollen.

Es wird vor allem im filia­li­sier­ten Einzel­han­del einge­setzt, um Waren­prä­sen­ta­tio­nen an unter­schied­li­chen Stand­or­ten möglichst einheit­lich umzuset­zen. Plano­gramme berück­sich­ti­gen unter anderem Regal­b­rei­ten, Fachhöhen, Stück­zah­len und Sichtzonen. 
Point of Sale

Point of Sale, kurz POS, bedeutet wörtlich „Ort des Verkaufs“. Im statio­nä­ren Handel bezeich­net der Begriff den Verkaufs­raum oder den konkreten Bereich, an dem Kundinnen und Kunden mit Produkten und Marken in Kontakt kommen.

Je nach Zusam­men­hang kann mit POS auch eine einzelne Aktions­flä­che, ein Display, ein Shop-in-Shop oder der Kassen­be­reich gemeint sein. 
Pop-up-Store

Ein Pop-up-Store ist ein zeitlich begrenz­tes Laden­ge­schäft. Er wird beispiels­weise für Produkt­ein­füh­run­gen, saisonale Aktionen, Veran­stal­tun­gen oder zum Testen eines Standorts genutzt.

Da die Nutzungs­dauer begrenzt ist, spielen schnelle Montage, flexible Möbel und eine mögliche Wieder­ver­wen­dung der Einrich­tung eine wichtige Rolle. 
Projekt­ma­nage­ment

Das Projekt­ma­nage­ment koordi­niert die inhalt­li­chen, termin­li­chen und organi­sa­to­ri­schen Abläufe eines Laden­bau­pro­jekts. Es verbindet Auftrag­ge­ber, Planung, Konstruk­tion, Fertigung, Logistik, Montage und weitere betei­ligte Gewerke.

Zu den Aufgaben gehören beispiels­weise Termin­ab­stim­mun­gen, Kosten­kon­trolle, Entschei­dungs­ma­nage­ment und die Klärung von Schnittstellen. 
Proto­ty­pen­bau

Beim Proto­ty­pen­bau wird ein Möbel, Bauteil oder System zunächst als Muster umgesetzt. So lassen sich Konstruk­tion, Materi­al­wir­kung, Funktion, Stabi­li­tät und Montage vor der Serien­fer­ti­gung überprüfen.

Ein Prototyp kann außerdem zeigen, ob Produkte wie vorge­se­hen präsen­tiert werden und ob die geplanten Details im täglichen Betrieb funktionieren. 
Quali­täts­si­che­rung

Quali­täts­si­che­rung umfasst alle Maßnahmen, mit denen verein­barte Anfor­de­run­gen während Planung, Fertigung, Lieferung und Montage überprüft werden.

Dazu können Materi­al­frei­ga­ben, Maßkon­trol­len, Funkti­ons­prü­fun­gen, Dokumen­ta­tio­nen oder Abnahmen gehören. Besonders bei Serien­pro­duk­tio­nen und Rollouts hilft sie, eine gleich­blei­bende Ausfüh­rung über mehrere Standorte hinweg sicherzustellen. 
Regal­be­leuch­tung

Regal­be­leuch­tung bringt Licht direkt an die Ware. Anders als eine allge­meine Decken­be­leuch­tung kann sie einzelne Fachböden, Produkt­grup­pen oder Marken­flä­chen gezielt hervorheben.

Bei der Planung sind nicht nur Hellig­keit und Licht­farbe wichtig. Auch Kabel­füh­rung, Wärme­ent­wick­lung, Austausch­bar­keit, Verstell­bar­keit und die spätere Nutzung des Regals müssen berück­sich­tigt werden. 
Rollout

Ein Rollout ist die Übertra­gung eines entwi­ckel­ten Store‑, Shop-in-Shop- oder Möbel­kon­zepts auf mehrere Standorte.

Damit ein Rollout funktio­niert, müssen Bauteile standar­di­siert und gleich­zei­tig an unter­schied­li­che Flächen angepasst werden können. Dokumen­ta­tion, Kosten­kon­trolle, Produk­tion, Verpa­ckung und Logistik spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie das Erscheinungsbild.

Rückwandsystem/Wandanlage

Eine Wandan­lage ist ein an der Wand positio­nier­tes System zur Waren­prä­sen­ta­tion. Sie kann aus Rückwän­den, Stützen, Fachböden, Kleider­stan­gen, Haken oder weiteren Waren­trä­gern bestehen.

Je nach System lassen sich die Elemente flexibel versetzen. Dadurch kann die Präsen­ta­tion an wechselnde Sorti­mente und unter­schied­li­che Produkt­men­gen angepasst werden. 
Serien­fer­ti­gung

Serien­fer­ti­gung bezeich­net die wieder­holte Herstel­lung gleicher oder weitge­hend standar­di­sier­ter Bauteile. Sie kommt beispiels­weise bei Filial­kon­zep­ten, Shop-in-Shop-Systemen oder inter­na­tio­na­len Rollouts zum Einsatz.

Voraus­set­zung sind eindeutig definierte Konstruk­tio­nen, Materia­lien, Oberflä­chen und Quali­täts­an­for­de­run­gen. Trotzdem können einzelne Elemente an unter­schied­li­che Standorte oder Flächen­grö­ßen angepasst werden. 
Shop-in-Shop

Ein Shop-in-Shop ist eine klar erkenn­bare Marken- oder Sorti­ments­flä­che innerhalb eines größeren Geschäfts.

Die Fläche besitzt meist eine eigene gestal­te­ri­sche Identität, bleibt aber in den umgeben­den Store integriert. Shop-in-Shop-Lösungen müssen deshalb sowohl zur Marke als auch zu den techni­schen und räumli­chen Bedin­gun­gen des jewei­li­gen Standorts passen.

Ein Beispiel ist das modulare Shop-in-Shop-System für Porsche Design, das für unter­schied­li­che Raumgrö­ßen und inter­na­tio­nale Standorte entwi­ckelt wurde. 
Store-Konzept

Ein Store-Konzept beschreibt die grund­le­gende Idee und Funkti­ons­weise eines Geschäfts. Es verbindet Marke, Sortiment, Zielgruppe, Raumauf­tei­lung, Waren­prä­sen­ta­tion, Materia­lien, Licht und Serviceangebote.

Das Konzept bildet die Grundlage für die weitere Planung. Erst in den folgenden Schritten wird daraus eine konkrete, konstru­ier­bare und produ­zier­bare Einrichtung. 
Strom­füh­rung

Die Strom­füh­rung bringt elektri­sche Energie innerhalb eines Möbels oder Regals an die benötigte Stelle.

Klassi­sche Kabel können dabei sichtbar, verdeckt oder innerhalb von Profilen geführt werden. Modulare Strom­füh­rungs­sys­teme ermög­li­chen es, beleuch­tete Fachböden oder digitale Elemente flexibler zu positionieren.

Die Inside Rail Solution von KRAISS integriert die Strom­füh­rung beispiels­weise innerhalb der Regal­säule. Die Simple Rail Solution ist dagegen für die nachträg­li­che Montage auf bestehen­den Oberflä­chen ausgelegt. 
Schnitt­stelle

Eine Schnitt­stelle ist der Übergang zwischen unter­schied­li­chen Leistun­gen, Bauteilen oder Verantwortungsbereichen.

Im Ladenbau entstehen Schnitt­stel­len beispiels­weise zwischen Möbeln und Elektro­in­stal­la­tion, Boden und Einbauten, Digital­tech­nik und Content oder zwischen Ladenbau und Haustechnik.

Je früher diese Punkte geklärt werden, desto geringer ist das Risiko, dass Anschlüsse fehlen, Maße nicht zusam­men­pas­sen oder Arbeiten auf der Baustelle nachträg­lich angepasst werden müssen. 
Touch­point

Ein Touch­point ist ein Berüh­rungs­punkt zwischen Kundschaft und Marke.

Im Store kann dies ein Produkt­dis­play, ein Beratungs­tisch, eine Umkleide, eine digitale Anwendung oder auch der Kassen­be­reich sein. Nicht jeder Touch­point muss spekta­ku­lär gestaltet sein. Wichtig ist, dass er eine klare Funktion erfüllt und zum gesamten Marken­er­leb­nis passt. 
Value Enginee­ring

Value Enginee­ring bezeich­net die syste­ma­ti­sche Prüfung einer geplanten Lösung hinsicht­lich Funktion, Kosten und Umsetzbarkeit.

Das Ziel ist nicht automa­tisch die günstigste Variante. Vielmehr wird unter­sucht, ob sich eine Funktion einfacher, wirtschaft­li­cher oder monta­ge­freund­li­cher erreichen lässt, ohne die gewünschte Wirkung oder Qualität unnötig zu beeinträchtigen.

Beim Sport­Scheck-Projekt in Stuttgart wurde beispiels­weise die Konstruk­tion geplanter Seilwände verein­facht, um die Umsetzung wirtschaft­li­cher und sicherer zu gestalten. 
Verkaufs­flä­che

Als Verkaufs­flä­che wird der Bereich bezeich­net, der der Präsen­ta­tion und dem Verkauf von Waren dient.

Nicht jeder Bereich eines Geschäfts zählt automa­tisch dazu. Lager, Perso­nal­räume oder techni­sche Neben­flä­chen werden in der Regel getrennt betrach­tet. Welche Flächen einbe­zo­gen werden, kann je nach betrieb­li­cher, mietrecht­li­cher oder statis­ti­scher Defini­tion variieren. 
Visual Merchan­di­sing

Visual Merchan­di­sing beschäf­tigt sich mit der sicht­ba­ren Präsen­ta­tion von Waren im Verkaufsraum.

Dazu gehören Produkt­plat­zie­rung, Dekora­tion, Farbwel­ten, Schau­fens­ter, Blick­fänge und saisonale Insze­nie­run­gen. Während der Ladenbau die räumli­chen und techni­schen Voraus­set­zun­gen schafft, bespielt das Visual Merchan­di­sing diese Flächen mit Sortiment und Inhalten. 
Waren­trä­ger

Waren­trä­ger sind Bauteile, auf oder an denen Produkte präsen­tiert werden. Dazu zählen Fachböden, Kleider­stan­gen, Haken, Konsolen, Aufstel­ler oder spezielle Halterungen.

Sie müssen zur Größe, zum Gewicht und zur Handha­bung der Ware passen. Gleich­zei­tig beein­flus­sen sie, wie flexibel ein Sortiment umgebaut oder neu angeord­net werden kann. 
Waren­prä­sen­ta­tion

Waren­prä­sen­ta­tion beschreibt die Art und Weise, wie Produkte im Store angeord­net, geglie­dert und insze­niert werden.

Eine gute Waren­prä­sen­ta­tion unter­stützt Orien­tie­rung, Vergleich­bar­keit und Zugäng­lich­keit. Möbel, Licht, Beschrif­tung und digitale Inhalte bilden dafür den Rahmen. Entschei­dend bleibt jedoch, dass die Ware verständ­lich und passend zum tatsäch­li­chen Einkaufs­ver­hal­ten präsen­tiert wird. 
Zonierung

Zonierung bedeutet, eine Verkaufs­flä­che in unter­schied­li­che Bereiche zu gliedern.

Die Zonen können sich an Sorti­men­ten, Marken, Zielgrup­pen, Funktio­nen oder Stimmun­gen orien­tie­ren. Übergänge, Sicht­ach­sen und Laufwege verbinden die einzelnen Bereiche miteinander.

Eine nachvoll­zieh­bare Zonierung hilft Kundinnen und Kunden, sich schneller zu orien­tie­ren. Gleich­zei­tig erleich­tert sie die Planung von Möbeln, Beleuch­tung und Kommunikationsflächen. 

Ladenbau verständ­lich machen

Ein erfolg­rei­ches Laden­bau­pro­jekt entsteht aus vielen einzelnen Entschei­dun­gen. Einige betreffen die Gestal­tung, andere die techni­sche Umsetzung, den Betrieb oder die spätere Anpassbarkeit.

Ein gemein­sa­mes Verständ­nis der wichtigs­ten Begriffe erleich­tert die Abstim­mung zwischen Auftrag­ge­bern, Innen­ar­chi­tek­tur, Projekt­ma­nage­ment, Produk­tion und Montage. Denn je klarer Anfor­de­run­gen beschrie­ben werden, desto sicherer lassen sie sich in eine funktio­nie­rende Verkaufs­flä­che übersetzen.

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