Digital Signage einfach starten. 

Einfach erklärt: Die Technik unserer Displays und LED-Walls

Digital Signage Content richtig gestalten

Die wichtigs­ten Regeln für Videos, Bilder und Slides im Store

Digitale Displays sind heute aus vielen Stores nicht mehr wegzu­den­ken. Bewegte Inhalte ziehen Aufmerk­sam­keit an, trans­por­tie­ren Emotionen und lassen sich jederzeit aktua­li­sie­ren – ohne Druck­kos­ten, Montage oder lange Vorlauf­zei­ten. Digital Signage verbindet damit die Flexi­bi­li­tät digitaler Medien mit der Wirkung des physi­schen Stores.

Doch während die Technik meist schnell instal­liert ist, stellt sich eine entschei­dende Frage: Was läuft eigent­lich auf dem Bildschirm? Unscharfe Bilder, falsche Formate oder überla­dene Inhalte sorgen schnell dafür, dass Displays ihre Wirkung verlieren. Dabei reichen oft schon diese grund­le­gen­den Tipps von unserem Grafiker Jens, um Digital-Signage-Content deutlich profes­sio­nel­ler und wirkungs­vol­ler zu gestalten.

Warum guter Content im Store entschei­dend ist

Ein Digital Signage Display hat im Store eine sehr besondere Aufgabe.
Es konkur­riert mit vielen anderen Eindrücken:

• Produkt­prä­sen­ta­tio­nen
• Beleuch­tung
• Schau­fens­ter­de­ko­ra­tion
• Kunden­be­we­gun­gen
• Gespräche im Raum

Die Aufmerk­sam­keit eines Kunden im Geschäft ist daher begrenzt. Studien zum Einkaufs­ver­hal­ten zeigen, dass ein Blick auf ein Display oft nur wenige Sekunden dauert.

Genau deshalb muss Digital Signage Content anders funktio­nie­ren als klassi­sche Werbung.
Ein Flyer kann gelesen werden. Eine Anzeige kann studiert werden. Ein Bildschirm im Store hingegen muss sofort wirken.
Die wichtigs­ten Prinzi­pien dafür sind:

• schnelle Verständ­lich­keit
• starke visuelle Wirkung
• klare Botschaf­ten

Wer diese Regeln beachtet, kann mit Digital Signage Inhalte erstellen, die nicht nur laufen – sondern wirklich wahrge­nom­men werden. 

Tipp Nr. 1

Weniger Text – mehr Wirkung

Eine der häufigs­ten Heraus­for­de­run­gen bei Digital Signage ist überra­schend simpel: zu viel Text. Viele Inhalte auf Displays wirken wie eine PowerPoint-Folie oder ein Flyer. Es werden mehrere Infor­ma­tio­nen gleich­zei­tig darge­stellt, oft mit langen Sätzen oder kleinen Schrift­grö­ßen. Das Problem: Im Store liest kaum jemand längere Texte auf einem Bildschirm. Kunden laufen vorbei, bleiben vielleicht kurz stehen oder werfen einen schnellen Blick auf das Display. In dieser kurzen Zeitspanne muss der Inhalt sofort verständ­lich sein.

Eine einfache Faust­re­gel lautet daher: Maximal 6 bis 8 Wörter pro Slide. Das klingt zunächst wenig – funktio­niert in der Praxis aber erstaun­lich gut. 

Beispiele für funktio­nie­rende Botschaften:

• „Neue Kollek­tion“
• „Jetzt entdecken“
• „Nur für kurze Zeit“
• „Limited Edition“

Der Bildschirm übernimmt dabei eine andere Rolle als ein Plakat oder Prospekt. Er soll Neugier erzeugen, nicht alle Infor­ma­tio­nen gleich­zei­tig liefern. Der eigent­li­che Verkauf findet anschlie­ßend am Produkt, im Gespräch oder über weitere Infor­ma­tio­nen im Store statt. 

Tipp Nr. 2

Die richtige Auflösung macht den Unterschied

Ein weiterer häufiger Fehler bei Digital Signage Content betrifft die techni­sche Umsetzung: das falsche Bildformat.
Jedes Display arbeitet mit einer festen Auflösung. Wenn Bilder oder Videos nicht zu dieser Auflösung passen, entstehen typische Probleme:
• Bilder wirken unscharf
• Inhalte werden verzerrt
• schwarze Balken erschei­nen am Rand

Die wichtigs­ten Seiten­ver­hält­nisse im Digital Signage sind:
• 16:9 bei klassi­schen Wall Displays
• 9:16 bei Hochformat-Display wie Hanging oder Standing Displays
• 3:8 bei Fullscreen Hochformat-Displays

Ein klassi­sches Retail-Display arbeitet beispiels­weise mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln im Querfor­mat. Ein Standing­dis­play wie beispiels­weise hier im Hochfor­mat kann bis zu 1488 x 3840 darstel­len. Wird ein Bild mit deutlich gerin­ge­rer Auflösung verwendet – zum Beispiel ein Foto aus einer Messenger-App – muss das Display dieses Bild stark vergrö­ßern. Dadurch entsteht die bekannte Unschärfe.

Die wichtigste Regel lautet daher:
Content immer in der nativen Auflösung des Displays erstellen.

So bleiben Bilder scharf, Videos laufen flüssig und der Content wirkt professionell.

Tipp Nr. 3

Kontrast schlägt Designtrend

Viele Inhalte werden auf einem Laptop oder Smart­phone gestaltet. Auf diesen Geräten wirken helle Farben, sanfte Verläufe oder feine Typogra­fie oft sehr elegant. Im Store sieht die Situation aller­dings anders aus. Verkaufs­flä­chen sind meist hell ausge­leuch­tet. Schau­fens­ter bringen zusätz­lich Tages­licht in den Raum. Spots und Beleuch­tungs­sys­teme sorgen für weitere Lichtquellen.
In dieser Umgebung müssen Displays gegen eine hohe Umgebungs­hel­lig­keit bestehen. 

Deshalb sind starke Kontraste besonders wichtig. 

Bewährt haben sich beispielsweise:
• dunkle Hinter­gründe mit heller Schrift
• klare Farbflächen
• große Typografie

Sehr helle oder kontrast­arme Layouts können dagegen schnell schwer lesbar werden. 

Eine einfache Praxis­re­gel lautet:
Wenn ein Text aus drei Metern Entfer­nung noch gut lesbar ist, funktio­niert er auch im Store.

Tipp Nr. 4

Bewegung erzeugt Aufmerksamkeit

Ein großer Vorteil von Digital Signage ist die Möglich­keit, Inhalte zu bewegen. Menschen reagieren sehr sensibel auf Bewegung – besonders am Rand ihres Blick­felds. Dieses Verhalten ist tief in unserer Wahrneh­mung verankert. Im Store bedeutet das: Ein kleines animier­tes Element kann bereits ausrei­chen, um Aufmerk­sam­keit zu erzeugen. 

Typische Beispiele für funktio­nie­rende Bewegun­gen sind: 
• kurze Produktvideos
• animierte Typografie
• dezente Bewegun­gen im Hintergrund
• einfache Übergänge zwischen Slides

Wichtig ist jedoch das richtige Maß. Zu viele Anima­tio­nen, schnelle Schnitte oder blinkende Effekte können schnell hektisch wirken. Statt Aufmerk­sam­keit zu erzeugen, entsteht dann eher ein störender Eindruck.

Deshalb gilt auch hier eine einfache Regel:
Bewegung ja – aber ruhig und gezielt.

Tipp Nr. 5

Videos lieber kurz halten

Digitale Displays können technisch problem­los lange Videos abspielen. Für den Einsatz im Store ist das jedoch selten sinnvoll. Die Aufmerk­sam­keit von Kunden im Geschäft ist begrenzt. Nur wenige Menschen bleiben mehrere Minuten vor einem Bildschirm stehen.
Deshalb funktio­nie­ren kurze Inhalte deutlich besser.

Eine typische Empfeh­lung für Digital Signage Videos liegt bei:
10 bis 15 Sekunden pro Clip.
Danach kann das Video einfach wieder von vorne beginnen. 

Diese sogenannte Loop-Wiedergabe hat mehrere Vorteile:
• Inhalte wieder­ho­len sich regelmäßig
• neue Kunden sehen sofort den Einstieg
• Botschaf­ten bleiben klar und verständlich 

Mehrere kurze Clips können außerdem abwechs­lungs­rei­cher wirken als ein einzelnes langes Video. 

Tipp Nr. 6

Content kann sogar Energie sparen

Ein Aspekt, der häufig übersehen wird, betrifft den Energie­ver­brauch von Displays. Moderne Digital Signage Lösungen sind zwar energie­ef­fi­zi­ent, dennoch laufen viele Bildschirme im Store über viele Stunden am Tag. 

Inter­es­sant dabei: Auch die Gestal­tung des Contents kann den Strom­ver­brauch beeinflussen. 

Besonders bei LED- und OLED-Displays benötigen helle Bildflä­chen mehr Energie als dunkle. Ein Layout mit einem komplett weißen Hinter­grund kann daher mehr Strom verbrau­chen als ein Design mit dunkleren Flächen und klaren Highlights.

Für die Gestal­tung von Digital Signage Content bedeutet das:
• dunklere Hinter­gründe können sinnvoll sein
• große weiße Flächen sollten reduziert werden
• starke Kontraste verbes­sern gleich­zei­tig die Lesbarkeit

Natürlich müssen Inhalte nicht grund­sätz­lich dunkel gestaltet sein. Wichtig ist vor allem ein bewusster Umgang mit Hellig­keit und Kontrast.
So lässt sich gutes Design mit effizi­en­tem Betrieb kombinieren. 

Gutes Design muss nicht kompli­ziert sein – es muss nur klar, passend und konse­quent gedacht werden.
Typische Fehler bei Digital Signage Content.

Selbst hochwer­tige Displays können ihre Wirkung verlieren, wenn der Content nicht optimal gestaltet ist. Im Retail-Alltag begegnen einem immer wieder ähnliche Fehler – oft aus Zeitman­gel oder weil Inhalte ursprüng­lich für andere Medien erstellt wurden. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Anpas­sun­gen lassen sich diese Probleme schnell vermeiden. 

Zu viel Text auf einer Slide
Ein häufiger Fehler ist es, zu viele Infor­ma­tio­nen gleich­zei­tig auf einem Bildschirm unter­brin­gen zu wollen. Lange Sätze, mehrere Botschaf­ten oder sogar ganze Produkt­be­schrei­bun­gen überfor­dern den schnellen Blick im Store. Kunden bleiben in der Regel nur wenige Sekunden vor einem Display stehen. Wenn ein Inhalt in dieser Zeit nicht sofort verständ­lich ist, wird er einfach übersehen. Besser funktio­niert ein klarer Fokus:
  • eine Botschaft pro Slide
  • maximal 6–8 Wörter
  • große, gut lesbare Schrift
Der Bildschirm sollte Interesse wecken – die Details folgen anschlie­ßend am Produkt oder im Gespräch. 
Unscharfe oder zu kleine Bilder
Unscharfe Bilder entstehen meist dann, wenn Fotos aus Messenger-Diensten, Social Media oder Screen­shots verwendet werden. Diese Dateien sind oft stark kompri­miert und besitzen eine deutlich geringere Auflösung als ein Digital Signage Display benötigt. Wird ein solches Bild auf einem großen Bildschirm angezeigt, muss es stark vergrö­ßert werden – und verliert dadurch sichtbar an Qualität. Für einen profes­sio­nel­len Eindruck empfiehlt sich daher:
  • Bilder in hoher Auflösung verwenden
  • Origi­nal­da­teien statt Screen­shots nutzen
  • Bildma­te­rial aus profes­sio­nel­len Quellen einsetzen
So bleibt der Content auch auf großen Displays scharf und hochwertig. 
Falsches Format oder Seitenverhältnis

Digital Signage Displays arbeiten mit festen Seiten­ver­hält­nis­sen. Wird ein Inhalt in einem anderen Format erstellt, entstehen häufig schwarze Balken oder verzerrte Bilder. Ein klassi­sches Beispiel: Ein Bild im Querfor­mat wird auf einem Hochformat-Display angezeigt – der Bildschirm kann es dann nicht korrekt darstel­len. Die einfachste Lösung ist:

  • Content immer im Format des Displays erstellen
  • Hochformat-Displays (9:16) und Querformat-Displays (16:9) unterscheiden
  • Videos und Bilder entspre­chend exportieren

So wird der gesamte Bildschirm genutzt und der Content wirkt deutlich professioneller. 

Zu viele oder hektische Animationen
Bewegung ist einer der größten Vorteile von Digital Signage – sie zieht automa­tisch Aufmerk­sam­keit an. Doch wenn zu viele Effekte gleich­zei­tig einge­setzt werden, kann der Bildschirm schnell unruhig wirken. Blinkende Elemente, schnelle Übergänge oder ständig wechselnde Anima­tio­nen erschwe­ren es dem Auge, sich auf eine Botschaft zu konzen­trie­ren. In den meisten Fällen wirkt daher weniger Bewegung überzeugender:
  • ruhige Übergänge
  • gezielte Animation einzelner Elemente
  • klare Struktur im Layout
So bleibt die Aufmerk­sam­keit auf dem Inhalt – nicht auf den Effekten. 
Videos sind zu lang
Digitale Displays können technisch problem­los mehrere Minuten lange Videos abspielen. Im Store wird jedoch oft nur ein kurzer Ausschnitt davon wahrge­nom­men. Viele Kunden sehen nur wenige Sekunden eines Clips, bevor sie weiter­ge­hen. Wenn die zentrale Botschaft erst später erscheint, wird sie mögli­cher­weise gar nicht gesehen. Deshalb haben sich im Digital Signage kurze Video­clips bewährt: 
  • 10–15 Sekunden Länge
  • klare Botschaft zu Beginn
  • Inhalte in einer Schleife wiederholen
So können auch vorbei­lau­fende Kunden die wichtigs­ten Infor­ma­tio­nen schnell erfassen.

 

Check­liste: Digital Signage Content schnell prüfen

Zum Abschluss eine kurze Übersicht, mit der sich Inhalte vor der Veröf­fent­li­chung schnell überprü­fen lassen.

Digital Signage Content Checkliste

✔ Maximal 6–8 Wörter pro Slide

✔ große und gut lesbare Schrift

✔ hoher Kontrast zwischen Hinter­grund und Text

✔ Bilder in ausrei­chen­der Auflösung

✔ Videos zwischen 10 und 15 Sekunden Länge

✔ dezente Anima­tio­nen statt hekti­scher Effekte

✔ Content im richtigen Format für das Display

Wer diese Punkte berück­sich­tigt, legt bereits eine solide Grundlage für profes­sio­nelle Inhalte.

Am Ende zählt, was auf dem Display wirklich ankommt

Digital Signage ist im statio­nä­ren Handel längst mehr als nur ein zusätz­li­cher Bildschirm. Richtig einge­setzt kann es Aufmerk­sam­keit erzeugen, Marken erlebbar machen und Kunden gezielt durch den Store führen. Moderne Displays und Content-Management-Systeme machen die techni­sche Umsetzung heute so einfach wie nie – doch die eigent­li­che Wirkung entsteht erst durch den richtigen Content. Klare Botschaf­ten, gut lesbare Gestal­tung, passende Formate und kurze, prägnante Inhalte sorgen dafür, dass ein Display nicht nur läuft, sondern wirklich wahrge­nom­men wird. Schon mit wenigen grund­le­gen­den Regeln lassen sich Inhalte deutlich profes­sio­nel­ler gestalten und optimal an die Dynamik im Store anpassen.

Gleich­zei­tig zeigt dieser Beitrag nur einen ersten Einstieg in das Thema. Rund um Digital Signage gibt es viele weitere spannende Aspekte – von Content-Strategien für unter­schied­li­che Verkaufs­flä­chen über Storytel­ling auf Displays bis hin zu Fragen der Verkaufs­psy­cho­lo­gie oder der optimalen Content-Planung für mehrere Screens im Store. Wenn Sie Interesse an solchen Themen haben, könnte daraus eine kleine Artikel­reihe rund um Digital Signage im Einzel­han­del entstehen, in der wir Praxis­wis­sen, Tipps und Beispiele aus dem Retail-Bereich teilen. Lassen Sie uns gerne wissen, welche Fragen Sie besonders inter­es­sie­ren – wir greifen diese gerne in zukünf­ti­gen Beiträgen auf.

Denn: Guter Content schafft Wirkung. Und Wirkung verkauft.

Interesse am Thema?

Wir beraten Sie gerne rund um Digital Signage im Handel.

Jens Wollmerts­häu­ser

Marke­ting­as­sis­tenz / Grafik Design

+49 (0) 71 25 . 94 760
info@kraisseinrichtungen.de

Kontakt aufnehmen