Attraktive Modepräsentation im Zinser Wäschehaus von KRAISS, mit vielfältiger Auswahl an Damen- und Herrenkleidung in modernem Ambiente.

Kleine Änderung. Große Wirkung.

Unsere Ideen für eine bessere Warenpräsentation

10 Tipps für mehr Wirkung im Store

Mit kleinen Änderun­gen Produkte besser präsentieren

Ein Verkaufs­raum muss nicht komplett umgebaut werden, damit Produkte besser zur Geltung kommen. Oft reicht es, vorhan­dene Flächen neu zu betrach­ten: Was fällt zuerst ins Auge? Wo müssen Kunden suchen? Welche Bereiche wirken ruhig, welche überladen?

Schon kleine Anpas­sun­gen bei Anordnung, Licht, Beschil­de­rung oder Produkt­aus­wahl können die Wahrneh­mung deutlich verändern. Dabei gibt es nicht die eine perfekte Waren­prä­sen­ta­tion. Ein Modege­schäft funktio­niert anders als ein Sport­fach­markt, eine Apotheke anders als ein Elektronik­s­tore. Trotzdem zeigen Forschung und Praxis einige Grund­prin­zi­pien, die sich auf viele Sorti­mente übertra­gen lassen.

Sieben davon gehören zur soliden Basis. Drei weitere sind echte Geheim­tipps, die häufig unter­schätzt werden.

1. Einen klaren Blickfang schaffen

Wenn alles wichtig aussieht, ist am Ende nichts wirklich wichtig. Eine Präsen­ta­ti­ons­flä­che braucht deshalb eine klare Haupt­rolle. Das kann eine Neuheit sein, ein saiso­na­les Thema, ein beson­de­res Produkt oder eine konkrete Anwendung. 

Dafür muss nicht automa­tisch weniger Ware angeboten werden. Entschei­dend ist, dass nicht alle Produkte, Preis­schil­der und Werbe­bot­schaf­ten gleich­zei­tig um Aufmerk­sam­keit kämpfen. Eine Meta-Analyse von 99 Unter­su­chun­gen zeigt, dass eine große Auswahl vor allem dann überfor­dern kann, wenn Produkte schwer vergleich­bar sind, Kunden unsicher sind oder die Entschei­dung viel Aufwand erfordert. 

Ein einfacher Test hilft: Stellen Sie sich einige Meter vor die Fläche und fragen Sie sich, was Sie als Erstes sehen. Ist die Antwort nicht eindeutig, lohnt sich meist eine klarere Gewichtung.

Modernes KRAISS Raumdesign mit innovativen Lichtinstallationen und digitaler Wandgestaltung für kreative Arbeitsumgebungen.

2. Orien­tie­rung leicht machen

Kunden möchten nicht lange heraus­fin­den müssen, wo sie etwas finden. Klare Produkt­grup­pen, verständ­li­che Bezeich­nun­gen und gut erkenn­bare Themen­be­rei­che helfen dabei, sich schnell zurechtzufinden. 

Beschil­de­rung kann hier viel leisten, sollte aber nicht selbst zum Suchspiel werden. Zwei Eye-Tracking-Feldexperimente unter­such­ten, wie Kunden Hinweis­schil­der beim Navigie­ren und bei Kaufent­schei­dun­gen wahrneh­men. Die Ergeb­nisse zeigen, dass Schilder die Aufmerk­sam­keit gezielt lenken und die Produkt­su­che unter­stüt­zen können. Ihre Wirkung hängt aller­dings auch davon ab, wie vertraut Kunden bereits mit dem Geschäft sind. 

In der Praxis bedeutet das: lieber wenige eindeu­tige Hinweise als viele kleine Botschaf­ten. Auch die Begriffe sollten aus Kunden­sicht verständ­lich sein. Interne Sorti­ments­be­zeich­nun­gen oder Abkür­zun­gen helfen selten weiter.

Modernes Shopfitting mit beleuchteten EXIT-Schildern und Fluchtwegmarkierungen an der Wand und auf dem Boden.

3. Gute Sicht­po­si­tio­nen bewusst nutzen

Nicht jeder Platz im Regal wird gleich stark wahrge­nom­men. Produkte in gut sicht­ba­ren Bereichen haben einen natür­li­chen Vorteil. Das gilt besonders für Neuheiten, margen­starke Artikel, erklä­rungs­be­dürf­tige Produkte oder Sorti­mente, die einen zusätz­li­chen Impuls brauchen. 

„Auf Augenhöhe“ ist dabei keine starre Regel. Die passende Position hängt von Zielgruppe, Regalhöhe, Produkt­größe und Laufrich­tung ab. Trotzdem lohnt sich ein kriti­scher Blick auf die mittleren Regal­zo­nen. In einem Store-Experiment mit Kartof­fel­chips erzielte die Platzie­rung auf dem mittleren Regal­bo­den den höchsten Verkaufs­an­teil. Das lässt sich nicht eins zu eins auf jedes Sortiment übertra­gen, zeigt aber, welchen Unter­schied die Position machen kann. 

Wichtiger als die exakte Zenti­me­ter­zahl ist die Frage: Welche Produkte sollen schnell gesehen werden und welche dürfen bewusst in die zweite Reihe? Flexible Fachböden und Waren­trä­ger erleich­tern es, solche Schwer­punkte regel­mä­ßig neu zu setzen, ohne die gesamte Einrich­tung zu verändern.

Innenansicht einer Modeboutique mit zentralem, großen, weißen Kugelkunstobjekt und moderner Beleuchtung.

4. Nach Kunden­lo­gik gruppieren

Ein Sortiment kann intern perfekt organi­siert und für Kunden trotzdem schwer verständ­lich sein. Der Grund: Händler denken häufig in Waren­grup­pen, Kunden dagegen eher in Aufgaben, Anlässen oder konkreten Bedürfnissen. 

Bei einem gezielten Einkauf sind vergleich­bare Produkte neben­ein­an­der hilfreich. Wer eine Hose sucht, möchte Modelle, Größen und Preise schnell gegen­über­stel­len können. Bei inspi­rie­ren­den Sorti­men­ten kann dagegen eine komplette Kombi­na­tion besser funktio­nie­ren, zum Beispiel Hose, Oberteil, Jacke und Acces­soires als gemein­sa­mes Outfit. 

Beides hat seine Berech­ti­gung. Entschei­dend ist, was Kunden in diesem Bereich gerade tun möchten: verglei­chen, ergänzen, entdecken oder sich inspi­rie­ren lassen. Eine gute Präsen­ta­tion unter­stützt genau diesen nächsten Schritt. 

Das kann auch bedeuten, ein Sortiment nicht überall nach demselben Prinzip aufzu­bauen. Ein Basis­be­reich darf sehr klar und vergleich­bar sein, während Neuheiten oder saisonale Themen stärker über komplette Anwen­dungs­wel­ten funktionieren.

Moderne Schuhregale mit transparenten, bunten Glaswänden und Beleuchtung in einem Laden, der von KRAISS ausgestattet wurde.

5. Preise und Infor­ma­tio­nen schnell erfassbar machen

Manche Produkte erklären sich selbst. Andere brauchen einen Satz mehr. Wichtig ist, dass Preis, Nutzen und zentrale Eigen­schaf­ten ohne langes Suchen verständ­lich werden. 

Zu viele Infor­ma­tio­nen helfen dabei selten. Ein Preis­schild, drei Aufkleber, ein Aktions­hin­weis und ein ausführ­li­cher Produkt­text können gemeinsam mehr verwirren als erklären. Besser sind wieder­keh­rende Formate und eine klare Reihen­folge: Was ist es? Was kostet es? Was ist der wichtigste Vorteil? 

Bei häufig wechseln­den Inhalten oder erklä­rungs­be­dürf­ti­gen Produkten können digitale Displays sinnvoll sein. Sie sollten aber nicht einfach zusätz­li­che Bewegung in die Fläche bringen. Gute Inhalte beant­wor­ten konkrete Fragen, zeigen Anwen­dun­gen oder erleich­tern den Vergleich. 

Technisch sauber in Möbel oder Regale integriert, wirken Displays meist ruhiger als nachträg­lich platzierte Bildschirme mit sicht­ba­ren Kabeln. Hier lohnt es sich, digitale Inhalte und Einrich­tung von Anfang an gemeinsam zu betrachten.

6. Licht gezielt auf die Ware bringen

Ein heller Store ist nicht automa­tisch ein gut beleuch­te­ter Store. Entschei­dend ist, ob Produkte sichtbar werden, Farben passend wirken und wichtige Bereiche erkennbar hervortreten. 

Eine kontrol­lierte belgische Unter­su­chung mit unter­schied­li­chen Beleuch­tungs­si­tua­tio­nen zeigte, dass Licht die wahrge­nom­mene Atmosphäre und die emotio­nale Wirkung eines Verkaufs­raums verändern kann. Ein automa­ti­sches Umsatz­plus lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. 

Genau deshalb sollte Licht nicht als pauscha­ler Verkaufstrick verstan­den werden. Es ist ein Werkzeug für Sicht­bar­keit und Blick­füh­rung. Akzent­licht kann Produkt­grup­pen vonein­an­der abheben, Materia­lien betonen oder dunkle Regal­zo­nen aufwerten. Gleich­zei­tig sollten Blendung, harte Schatten und unpas­sende Licht­far­ben vermieden werden. 

Auch bestehende Regale lassen sich teilweise nachträg­lich beleuch­ten. Mit passenden LED-Profilen und Strom­füh­run­gen kann Licht direkt in die Waren­prä­sen­ta­tion integriert werden, ohne gleich die gesamte Fläche neu zu bauen. Hier wird aus einer kleinen optischen Verän­de­rung schnell eine techni­sche Aufgabe, bei der eine durch­dachte Lösung wichtiger ist als möglichst viele Leuchten.

7. Produkte erlebbar machen

Was angefasst, geöffnet, anpro­biert oder auspro­biert werden kann, lässt sich häufig leichter beurtei­len. Das gilt für Stoffe und Materia­lien genauso wie für Werkzeuge, Elektro­nik, Möbel oder Sportartikel. 

Die Ware sollte deshalb nicht nur gut aussehen, sondern zugäng­lich bleiben. Muster­pro­dukte, Testflä­chen oder einfache Anwen­dungs­si­tua­tio­nen helfen Kunden, Qualität und Funktion selbst zu erleben. Unter­su­chun­gen zum sogenann­ten Product Touch zeigen, dass das Berühren eines Produkts unter bestimm­ten Bedin­gun­gen die Bewertung, Kaufab­sicht und Zahlungs­be­reit­schaft beein­flus­sen kann. 

Entschei­dend ist, dass die Nutzung selbst­er­klä­rend bleibt. Ein Testpro­dukt, das erst freige­schal­tet, angefragt oder kompli­ziert erklärt werden muss, verliert schnell seinen Vorteil. 

Nicht jedes Produkt braucht dafür eine aufwen­dige Insze­nie­rung. Oft genügt es schon, Berührung nicht unnötig zu verhin­dern und genügend Platz zum Auspro­bie­ren einzuplanen.

Innenansicht eines Schuhgeschäfts mit Wandregalen, Schuhen und einem künstlichen Himmel an der Decke.
„Und wenn die sieben Klassiker sitzen, darf man ruhig auch mal ein Regal schräg anschauen.“

Drei absolute Geheimtipps

Geheim­tipp 1: Nicht jedes Regal muss perfekt voll sein

Ein vollstän­dig aufge­füll­tes Regal wirkt ordent­lich. Es kann aber auch statisch und unberührt aussehen. Eine leicht „angekaufte“ Präsen­ta­tion kann dagegen den Eindruck vermit­teln, dass andere Kunden das Produkt bereits gewählt haben. 

Gemeint sind keine leeren Größen­rei­hen, ungepfleg­ten Lücken oder echten Fehlbe­stände. Es geht um eine bewusst natür­li­che Waren­menge. Produkte dürfen sichtbar entnommen worden sein, solange die Präsen­ta­tion weiterhin klar und hochwer­tig wirkt. 

Dieser Ansatz eignet sich nicht für jedes Sortiment. Bei limitier­ten Produkten, Neuheiten oder Artikeln, bei denen Beliebt­heit eine Rolle spielt, kann er jedoch inter­es­sant sein. Der Unter­schied zwischen begehrter Ware und schlecht gepfleg­tem Regal ist klein. Deshalb lohnt sich hier eher ein vorsich­ti­ger Test als eine allge­meine Regel. 

Kurz gesagt: Perfekt aufge­füllt ist nicht automa­tisch perfekt präsentiert.

Moderne Schuhboutique KRAISS mit vielfältigem Schuhsortiment, stilvoller Einrichtung und ansprechender Präsentation der Schuhe in hellen, eleganten Räumen.

Geheim­tipp 2: Möbel leicht aus der Achse drehen

Viele Verkaufs­räume bestehen aus geraden Reihen und rechten Winkeln. Das schafft Ordnung, führt aber manchmal dazu, dass Kunden haupt­säch­lich auf Stirn­sei­ten schauen und Produkte erst spät wahrnehmen. 

Ein leicht gedrehtes Präsen­ta­ti­ons­ele­ment kann eine Fläche schon aus der Laufrich­tung öffnen. Niedri­gere Mittel­raum­mö­bel verbes­sern zusätz­lich die Sicht auf dahin­ter­lie­gende Bereiche. Besonders bei Aktions­flä­chen, Neuheiten oder wechseln­den Themen kann das helfen, Aufmerk­sam­keit früher aufzubauen. 

Natürlich lässt sich nicht jedes Möbel einfach verschie­ben. Flucht­wege, Laufbrei­ten, Stabi­li­tät und Anschlüsse müssen weiterhin passen. Sobald neue Sicht­ach­sen, andere Möbel­hö­hen oder zusätz­li­che Präsen­ta­ti­ons­ele­mente ins Spiel kommen, beginnt der Bereich, in dem Ladenbau mehr leisten kann als reines Umräumen.

Innenansicht eines Ladenlokals mit Verkaufsregalen für Taschen, Schals und Accessoires, beleuchtet mit Deckenstrahlern.

Geheim­tipp 3: Immer nur eine Sache verändern

Neue Beleuch­tung, andere Produkte, frische Schilder und eine komplett neue Anordnung gleich­zei­tig: Das sieht nach viel Verän­de­rung aus, verrät aber wenig darüber, was tatsäch­lich funktio­niert hat. 

Besser ist ein kleiner Testbe­reich. Verändern Sie dort zunächst nur einen Faktor, zum Beispiel die Produkt­höhe, die Beschil­de­rung oder das Licht. Anschlie­ßend lassen sich Verkäufe, Kunden­fra­gen, Nachfüll­häu­fig­keit oder einfach Vorher-Nachher-Fotos vergleichen. 

Das muss kein wissen­schaft­li­ches Experi­ment werden. Schon ein kurzer, sauberer Vergleich liefert oft mehr Erkennt­nisse als eine große Umgestal­tung nach Bauch­ge­fühl. Funktio­niert die Änderung, kann sie auf weitere Flächen übertra­gen werden. Funktio­niert sie nicht, lässt sie sich korri­gie­ren, ohne dass bereits der halbe Store umgebaut wurde.

Mann beim Kassieren in einem Laden mit beleuchteten Regalen und Produkten, die von KRAISS eingebaut wurden.
Innenansicht eines modernen Fahrradgeschäfts mit einer Fahrradrampe, grünen Wandpflanzen und digitaler Wandprojektion, ideal für Sportler und Fahrradenthusiasten.

Wenn aus kleinen Änderun­gen etwas mehr wird

Viele Verbes­se­run­gen beginnen mit Umräumen, Reduzie­ren und genauerem Hinsehen. Irgend­wann stößt die bestehende Einrich­tung jedoch an Grenzen. Vielleicht fehlen flexible Waren­trä­ger, Licht direkt am Regal, eine unauf­fäl­lige Strom­ver­sor­gung oder Möbel, die neue Sicht­ach­sen ermöglichen.

Dann ist nicht automa­tisch ein komplet­ter Umbau nötig. Oft reichen gezielte Anpas­sun­gen im Bestand. KRAISS unter­stützt dabei mit Laden­bau­sys­te­men, indivi­du­el­len Möbeln, Regal­be­leuch­tung und Elektri­fi­zie­rungs­lö­sun­gen. So kann aus einer kleinen Idee eine dauerhaft funktio­nie­rende Verbes­se­rung werden, ohne den gesamten Store neu zu denken.

Denn gute Waren­prä­sen­ta­tion beginnt selten mit der größten Maßnahme. Meist beginnt sie mit der richtigen Frage: Was soll der Kunde hier als Erstes sehen, verstehen oder ausprobieren?

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Thomas Pflei­de­rer

Head of Projekt­ma­nage­ment KRAISS Stores & Shops

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